Möntschelen: Das neue Klettergebiet mit Sicht auf Bern und Thun

Es war einmal das Bedürfnis von einem schattigen Klettergebiet in der nähe von Bern – um Zeit zu sparen und vor allem um etwas grüner unterwegs zu sein. Denn das ewige Rumgefahre auf der Suche nach einer schattigen Wand im Hochsommer ist nicht gerade, was man sich unter dem Pariser Klimaabkommen vorstellt.  Eine Bike-Tour zur Möntschelenspitze oberhalb von Blumenstein im Stockental hat mir dann eine Nordwand von ca. 25 Metern offenbart. Das war 2015. Jackpot.

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Rahel S. von K. in der “Diebesgut” (7b) – bereits ein Klassiker. Geklaut sind nur die ersten 5 Bolts.

Dass in der Chickenhead übersäten Wand bereits eine Hand voll Bolts funkelten hat mich kaum überrascht. Es war vielmehr die Tatsache, dass die teils willkürlich angelegten Verankerungen nach 5 Metern ein jähes Ende fanden. Total desaster. We have to correct.

Der “Einwärmer”: Space Lord 6c+ im gleichnamigen Sektor. Im Bild: Selina A. von B.

Und so wurde nach (oder war es davor?) einer Überzeugungsaktion des Grundeigentümers der Wiese vor dem Fels die Bohrmaschine geschwungen. Als professioneller “Geilzeitarbeiter” (7a+) von “Änet de Seisa” (7b) habe ich mich also im Sommer 2016 und 2017 der Muse des Erschliessens gewidmet (“La Muse des Dzodzets”, 7b+). Inzwischen stehen an der Möntschelen 23 Routen zwischen 6a+ (z.B. “Zank um Zink”) und 7c+ (“Il court toujours”). Einige haben noch Projektstatus. 

Ein Gewitter bei Sonnenuntergang über dem Gürbetal.
Ein Gewitter bei Sonnenuntergang über dem Gürbetal.

Die Kletterei findet hauptsächlich in der Vertikalen an teils scharfen Silex-Nippeln oder schönen Löchern statt. Die Meister von Über-Überhängen werden an der Möntschelen nicht glücklich. Ausser man klettert an der “Grande Farce”: Da hat es auch zwei “steile” 7b’s im Angebot (“Je te farce”, “Änet de Seisa”).

Dino Beerli sortiert die Knubel in der "Diebesgut" (7b).
Dino B. von C.  sortiert die Knubel in der “Diebesgut” (7b).

Zum guten und vor allem kühlen Fels kommt obendrauf der gemütliche Zustieg ab dem gebührenpflichtigen Parkplatz der Möntschelenalp (CHF 7.- pro Tag).  Läuft man gemütlich, ist man in 20 Minuten am Fels. Alles auf einem grossen Karrweg. Die Zufahrt von Blumenstein bis zum Parking ist allerdings lang und zäh: 20 Minuten sollte man rechnen.

Dino Beerli nochmals an den Knubbeln von "Diebesgut" (7b)
Dino B. von C. nochmals an den Knubbeln von “Diebesgut” (7b).
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Seb G. von B. in der “Geilzeitarbeiter” (7a+).

Ein paar alternative FAQs zur Möntschelen gibt es hier:

  • Wer kurvt da mit dem Subaru den Hang hoch und fragt, ob wir da wieder “am kleben” seien? Das ist Housi der Pächter. Er findet die Kletterer interessanter als die Wölfe. Er ladet dich auch etwa mal auf ein Kafi ein.
  • Wer darf da klettern? Alle die sich an die Regeln halten: keinen Abfall hinterlassen und die Boombox zu Hause lassen. Und vor allem: die Parkgebühr zahlen. 
  • Wie kommt man da hin? Von Blumenstein auf den Möntschelenalp-Parkplatz, dann dem Wanderweg folgend in Richtung Stockhorn. Der Klettergarten befindet sich auf de Höhe der Alp Chrümmelwägen (Karte)
  • Wo gibt es ein Topo? Das aktuelle Topo gibt’s auf Anfrage beim Erschliesser (Facebook, Instagram (@adigagarin), Kommentar unten.
  • Wann kommt die Sonne? Gar nie. Deshalb muss es im Tal schon mehr als 15 Grad sein.
  • Wann ist die beste Kletterzeit? Von Mai bis Ende September.
  • Wieso sind denn die Bewertungen so soft? Unsere Einschätzungen basieren auf einem sehr komplexen mathematischen Modell, welches ich hier nicht erklären kann. 8a.nu kennt es wahrscheinlich. Fragt doch mal da nach.
  • Ich gehe nur für einen Tag hoch, was sind denn die besten Routen? Zank um Zink 6a+, Space Lord 6c+, Diebesgut 7b, Oxala 7b+/7c, Il court toujours 7c+
  • Wie viele Routen gibt es insgesamt? Es sind mittlerweile 23 Routen in 4 Sektoren. Vier Routen sind noch nicht begangen.


 

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