Klettern im Tarnanzug

Seit knapp drei Wochen ballern wir die Löcher an einem der besten Felsbrocken in Europa. Und seit drei Wochen sind wir im TARNanzug unterwegs, das bedeutet: “Blutte Ranze”, kurze Hosen,viel Sonnencrème und tonnenweise Magnesium. Das Klettern stand natürlich im Mittelpunkt, obwohl mittlerweile auch schon mehr als 1000 Seiten “pures Buch” verschlungen wurden – pro Person! Unsere Morgengymnastik (um der Hitze voraus zu eilen) haben wir nach wenigen Sessionen abgebrochen und sind auf die wenigen Abendstunden mit einem weichen Lüftchen ausgewichen. Nichtsdestotrotz haben wir dutzende von Routen genüsslich verschlungen. Hier zwei offizielle Stellungnahmen, bezüglich dem Klettern im Tarnanzug:

Rahel

“Das Klettern in der Tarn ist nicht leicht zu beschreiben. Wie auch in anderen Gebieten, befindet man sich ständig in einem Prozess, der nie aufhört.  Obwohl ich schon zum dritten Mal hierher gekommen bin, dauerte es wieder seine Zeit, bis ich mich an den Stil gemöhnt habe: steil, Löcher, weite Hakenabstände.

Hat man sich einmal mit den Löchern angefreundet,  geht das Klettern wie von selber (Freund bist Du, wenn Du herausgefunden hast, wie Du deine Finger am Besten unten, oben oder seitlich  im Loch plazieren musst. Dies erkennst Du mit der Zeit immer schneller, was Dir Zeit und damit vor allem Kraft spart.)

Die Vorbereitung fürs Löcher stopfen: TAPE!

In der Tarn kommt das Vertrauen schnell.  Die Löcher enttäuschen selten. Und wenn doch, kann man es mit dem daneben, darunter und darüber probieren und die Freude kehrt sofort zurück und:  Weiter geht`s!

Ich verlasse die Tarn mit einer offenen 7a+  (die beste der Welt!!!) und mehreren erfolgreich durchgestiegenen 7a`s  (auch die besten der Welt!!!). Damit ist es  der richtige Moment um mit sehr gutem Gefühl weiter zu gehen! Jetzt wartet das grosse Stachelschwein auf uns (siehe 1. Beitrag oder lies weiter, wenn Du wissen willst, wo’s hingeht)!

Adrian

Die Tarnschlucht und ihre Nachbarschluchten sind äusserst vielfältig, was die Kletterei anbelangt. Neben 50m-Hochgeschüttle an Riesengriffen  findet man auch fiese Platten (Jonte lässt grüssen) oder brachiales Lochgerupfe im steilen Gelände.

Ebendieses hat mich in der zweiten Woche in den Sektor “Güllich” verschlagen, ein Riesenchampignon, gespickt mit scharfen Löchern. Dazu liess sich in diesem Sektor länger im Schatten klettern. Und so habe ich mir in “Le spectre de l’ottokar” die Finger lang gezogen. Eine Traumlinie auf den Champignon hoch, wobei nach 20 Zügen das erste mal wieder geatmet werden kann… Nach einigen Versuchen musste sich das Teil ergeben, das im Topo mit 8b+ ausgewiesen wird (aber definitiv eher auf die 8b zugeht).

“Le Spectre de l’Ottokar”

Hier noch einige (sehr persönliche) Routentipps für alle Tarnatonauten (oder die es noch werden wollen):

  • 6c/+: Emma Carel (Shadocks: die besten Sechser der Tarn in diesem Sektor!!!)
  • 7a/+: L’étoile filante (Le Trône – unser “Geheimtipp”)
  • 7b/+: Que la fête commence (im Gymnaze: der Name ist Programm)
  • 7c/+: Le théorème de Thalés (Trésor du Zèbre – wie geht dieser Satz nochmals???); Abracadabac (Le Trône – wo sonst?); Octopus (Güllich)
  • 8a/+: Les nouvelles plantations du christ (50m-Gepumpe im Tennessee)
  • 8b/+: Le spectre de l’ottokar (Lochstrom und Schmerztoleranz von Vorteil)
  • 8c/+: Adjeu Wolfgang (der Wolfgang sieht einfach so gut aus  😉
“Abracadabac” im Trône. Pic by Serge Z.

Da wir keine Lust mehr haben, uns ständig zu tarnen, fahren wir morgen über die Pyrenäen nach Rodellar. Dort, wo die Sinter sind. Die Fahrt über die Pyrenäen wird ein wahrer Test für unseren Blitz…

VIVA ESPANA!!!

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8 Gedanken zu „Klettern im Tarnanzug

  1. Also ab nach Rodellar! Unterwegs noch zünftig einkaufen! Hab ich bei extremklettern.de gelesen! Gute Fahrt!

    1. Wir sind gut in Rodellar angekommen. Das Gebiet befindet sich tatsächlich am A… der Welt und so haben wir uns genügend eingedeckt. Die Fahrt über die Pyrenäen war spannend und unser Blitz hat gut durchgehalten.
      Grüsse aus Spanien

  2. Ihr zwei lebt diesen Sport, dass sieht man an eurem Fachjargon…

    🙂 jagt den gelbenblitz nicht die Berge hoch, er ist wie ein suedamerikanisches Maultier… langsam aber robust.

    que les vayan bien…

    1. Hei Bruderherz! Der gelbe Blitz hat standgehalten, wir passen gut auf ihn auf! Ich hoffe, Du kommst psychisch damit klar, dass wir mit ihm unterwegs sind 😉 Du wirst ihn schon wiedersehen.. 🙂

      Ich hab gehört, dass Du erst im Frühling in die Schweiz zurück kommst! Stimmt das?

      que te vaya bien, tambien!!!!!

  3. Hallo ihr 2! (oder 3?) Dies soll keine Anspielung auf etwaige Schwangerschaften sein – nein – der Blitz gehört ja auch so richtig dazu oder? Eure Berichte sind echt ne Folter, besonders jetzt (kurz nach Kälteeinbruch!) Jedenfalls mag ichs euch höllisch fest gönnen! Ihr erinnert mich an meine Jugend (harharhar…)
    Freue mich schon auf die rodellar Berichte und Bilder! (Stoff zum Träumen).
    Uns gehts auch blendend, 2 W Ferien stehen vor der Tür. Natürlich heisst das Ziel Kröösa – viele Projeke und Neuentdeckungen warten, falls der Monsterblock noch nicht zugeschneit ist! Übrigens bin ich da mal zuoberst ausgestiegen – Adrenalinpumpe hoch 5! Auch Emmanuel ist bereits ein begeisterter Kletterer, gestern ist er in seinem kleinen Park aufgestanden – BébéFb6c+ und das mit 6 Monaten!
    Ich bin jetzt auch Onkel und darauf mega stolz – der kleine Nils ist da!
    Viele liebe Grüsse
    Yves

    1. Saletti! Jetzt könnt ihr dann gleich einen Grossfamilienausflug machen, so viele Kids wie da bereits umherkraxeln bei den Bächlers und Co 😉 ! Wir sind nun seit einer Woche in Rodellar und bleiben noch einige Tage. Danach Margelef und Co, YEPAAAAA! Natürlich halten wir euch auf dem Laufenden. Wir freuen uns immer sehr auf die Kommentare!!! Grüsse das Fränzi und die Kids von uns. And keep on movin!!!

  4. Hallo Zämä
    Hier schreibt der Beat vom Cèüse. Wie ich gerade festgestellt habe, seit Ihr fleissig am abräumen!!!!!! Kompliment Ihr habt wirklich tolle Bilder gemacht.

    Ihr klettert ja bis alle Löcher in der Tarnschlucht glühen.Kein Wunder fehlen da zum Teil die ersten Haken in den Klettersektoren 🙂 Die Bolts haben der hohen Belastung nicht standgehalten.

    Weiterhin viel Vergnügen und eine schöne Zeit wünscht Euch
    Beat Glücki

    1. Hey Beat! Vielen Dank für den Kommentar! Es freut uns sehr von dir zu hören. Ja, wir haben trotz der Hitze Gas gegeben in der Tarn und tun dies nun auch in Rodellar – aber diesmal glühen die Sinterfahnen 😉
      Viel Spass in der Schweiz und vielleicht bis bald!!

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