Wir Gastronauten

15 Kilometer – das ist nicht die Länge des letzten Bratwurst-Weltrekordversuchs und auch nicht jene der Ausdauer-Sackhüpfstrecke bei Olympia, sondern die unverfälschte und amtlich vermessene Länge vom besten Voralpenkalk weit und breit. Represent: Die Gastlosenkette im Freiburger Oberland. Auf knapp 2000 Metern gelegen wartet die Nordseite mit teils steiler, teils technisch anspruchsvoller Kletterei auf, immer begleitet von einem frischen Lüftchen und dem Duft von Fondue, der vom Chalet du Soldat empor steigt.

Der Blick vom Lochgrat auf das Chalet du Soldat auf 1792m.

Bekannt wurde die Gastlosenkette hauptsächlich durch die frühen alpinistischen Leistungen von Lorétan und Kompanie – und durch den einstündigen Zustieg vom Parking bis zu den Sektoren. Manch ein Hallen-Kletterheld der Neuzeit hat bereits im Chalet genügend Grund zum Feiern…!

Kleiner Gratistipp: Fondue erst nach dem Klettern essen.

Wer die Schweissausbrüche aber einmal überstanden hat und am Fels oben steht, dem gebühre Ruhm und Ehre. Aber gross prahlen wird man damit nie können, steht man doch fast immer alleine am Wandfuss. Der Name der Kette ist eben Programm. Die erhobene Brust kannst Du also getrost wieder absenken und Dich stattdessen auf die herrlich rauen Routen vorbereiten. Stile gibt es wie im Ringen viele: Freistil (Gorilla-Kletterei auf dem Oberbergpass), Griechisch (an der Mur Jaune – das Geld fehlte für die Spits) oder Bodenkampf (eher bodennahe und brettharte Routen im Lochgrat).

Rahel und ich (Adrian) haben es heuer leider noch nicht allzu oft über die Baumgrenze geschafft. Und hier tritt der Spielverderber eines jeden Gastronauten auf die Bühne: Regen. Ein einstündiger Zustieg im kühlen Nass macht nämlich höchstens den Engländern Spass. Da kann man sich den Zustieg halbieren und in den vorgelagerten Felsriegel des Lapé laufen (25 Minuten), wo der Fels mit Silex-Einschlüssen aufwartet.

Severin im Klassiker “Vapeur de Tacos” 8a.
Seweryn in “Vapeur de Tacos”, 8a
Rahel nimmt Flugstunden im Lapé (Le Festin du Mulot, 7b).

Und nun die persönlichen Routen-Highlights von Adrian. Für alle Gastronauten und diejenigen, die es noch werden wollen:

  • 6a/+: Roestigraben (Grossturm – die besten 6er)
  • 6b/+: Le gout de la step (Grossturm – wie gesagt…)
  • 6c/+: Libérez Mlle Roquefort (Oberbergpass – besser als Gruyère)
  • 7a/+: Mic-Mac chez les Macs Tarmacs (Lochgrat – kürzer: Micmac)
  • 7b/+: Doping (Gabeldaumen – Löcher juhee!), Bon Anniversaire (Mur Jaune – .. faut avoir la tète!)
  • 7c/+: Un papillon sur l’épaule (Dünneflue – 40m lang), Fiesta (Lapé – Feierei!), XL (Mur Jaune – der Wahn), L’Or Jaune (Mur Jaune – THE BEST!)
  • 8a/+: Vapeur de Tacos (Lochgrat – alles mit Scharf und Ambiance!), Clairvoyance (Grossturm – 50m)
  • 8b/+: Aquarius (Grossturm – Geilstens!), Le Paradoxe (Oberberg – 40m Löcher); Marc (Adrians Zangenphobie-Projekt)
  • 8c/+: La Psychose (Oberberg – man sagt sie sei ausdauernd)

Die Gelegenheit möchte ich nicht auslassen um Folgendes los zu werden: Die Gastlosen werden für die Kletterer immer gastUNfreundlicher. Seit diesen Frühling ist das Schlafen im Bus (auch wenn Du die Augen offen behälst, Du Schlaumeier!) offiziell verboten. Bis jetzt nur auf dem “Chli Sattel”, bald aber auch im “Kleinen Mung”. Das, damit das Chalet “Big Business” machen kann. PFUI! Eine Occupy Parking-Bewegung ist bereits im Aufbau…! 😉

Schweizer sind Patrioten? Ach was!
Jan aus der Fränkischen fühlt sich offensichtlich wohl an den Löchern der Doping (7b).

Jolorojuhuuuu!

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