Zweite Runde Frankenjura

“Alles ist gut, was man gerne tut” ! Und gerne tun wir Kuchen essen, Bier trinken und löchrige Routen klettern in bestem Fränkischem Fels in einer malerischen Landschaft. Und so sind wir in den Osterfieren wieder in die Fränkische gefahren – ins Land der Burgen, Klösse, Kuchen und Biere. Die guten Bedingungen garantierten uns Jan und Chrissi, unsere Freunde aus den Franken, welche sich kürzlich im Zentrum der Felsen in Unterailsfeld niedergelassen haben. Big Up! In 5 Minuten an den besten fränkischen Felsen zu sein ist ein kurzer Anglizismus wert. Tatsächlich fanden wir unglaublich viel trockene Felsen vor – eigentlich ungewöhnlich zu dieser Jahreszeit.

Gössweinstein: Pilgerort für Christen und Kletterer. Unweit von hier befindet sich nämlich der “Sautanz”.

Auf Vorschlag von unserer Guides haben wir ebenfalls in Unterailsfeld eine Ferienwohnung gemietet; der gelbe Blitz ist also wieder durch den silbernen Pfeil abgelöst worden. M. aus B. und S. aus B. haben sich nach ein paar Tagen auch noch bei uns eingefunden, so dass wir jeweils zu sechst die Täler und Bäckereien unsicher machen konnten. Unsere Mission für diesen Urlaub war klar: noch weitere Felsen ausprobieren, wo wir bislang noch nicht geklettert sind, den einen oder anderen Klassiker klettern und – trotz Erkundungsdrang – mal für 2, 3 Tage ein Projektlein attackieren. Dabei nicht vergessen werden dürfen natürlich die Kuchen, Biere und Klösse nach getaner Arbeit.

Selina in einer unbekannten Route an einem unbekannten Fels. Pic by Jan Carlsen.

Doch nun zu einem besonderen Vergnügen in der Fränkischen: Routennamen rezitieren. Dafür haben wir bei Oberailsfelder Bier (Heldbräu!) auch gleich ein geselliges Spiel entwickelt: Man schlage eine Seite in einem der fetten Führer auf und suche den lustigsten Routennamen heraus. Der Spieler neben Dir muss diesen Namen in seiner Lustigkeit übertrumpfen können, sonst geht derselbe Challenge an den nächsten Spieler und so fort, bis der Pokal der Fränkischen Prädikatsnamen verliehen werden kann. Bisherige Titelhalter sind: “Nina’s Ritzenflitzer”, “Titty Twister” oder der politisch unkorrekte “Neger mit dem Knackarsch”. Im Gegensatz zu den Schweizerischen Dichtungen, als entstammten sie von Geothe, kriegst du’s im Frankenjura deftig und mit der Pauke. Eher Dieter Bohlen als Goethe. Das passt sowieso besser zu den Klössen, Schweinshaxn und dem Weissbier.

Ein Herz aus Fels am Kühlloch
Selina in der exotischen “Jericho” (6b+) an der Emporwand bei Gössweinstein.

Neben dem Routennamen rezitieren haben wir auch geklettert! Ich persönlich konnte  u.a. mit “Sautanz” (7b+; Kurt Albert 1981, immer noch SAUgut!) und  “Rauchende Bolts” (7c; Werner Thon 1988; der Name ist Programm…!) einige Klassiker klettern. Ebenso tanzte ich durch den Neo-Klassiker “Tanz der Arroganz” (8a) an der Bärenschlucht.  Mitunter zu den besten Felsen dieses Frühlingsausflugs gehört unserer Meinung nach der Kühllochfels im Königsteiner Gebiet. Dort wo es Löcher in Form von Herzen gibt und dort wo man auch am Osterwochenende alleine ist; 20 Minuten Zustieg ist für viele zu viel des Guten.

Adrian im “Sommernachtstraum” (7b+) am Kühlloch. Ein Traum (auch bei Tag) !!! Pic by Jan Carlsen.
Chrissi im “Sommernachtstraum” am Kühlloch.

Ein Besuch über Ostern ist auch immer ein Kletterurlaub ganz unter Einheimischen. Denn Schweizer, Franzosen oder Italiener verfahren sich nur äusserst selten in das Land der Würste. Uns soll es recht sein…

Die Mühle in Velden im Pegnitztal.
Als alter Osterbrauch werden in der Fränkischen die Brunnen mit hunderten von Eiern geschmückt.

Die Erkundungstour brachte uns u.a. an die Oberen Gössweinsteiner Wände, ans Kühlloch, den Tücherfselder Turm, Märchenland, Dornröschenwand, Emporwand, Burggrub und den Plankenfels. M. aus B. und S. aus B. besuchten zusammen mit Jan und Chrissi noch die Stadeltenne, dessen Qualitätsrouten Rahel und ich bereits im Herbst geniessen durften.

Matthias in der “Massarbeit” (7b+) an der Stadeltenne. Danke Jan für den Gastauftritt als Fotograf!

Aber auch nach insgesamt 20 Tagen und einigen Käsekuchen in der Fränkischen Schweiz haben wir einige der Topfelsen immer noch nicht besucht. Da gibt es nur eines: Wieder kommen!

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